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Die zyklische Entwicklung der progressiven Neumonde

Das Geburtshoroskop ist eine Momentaufnahme des zyklischen Geschehens am Himmel. Nichts ist statisch, alles ist in Bewegung. Und so ist auch Leben Rhythmus. Alles folgt dem Kreislauf von Neuanfang über Aufstieg zum Höhepunkt und dann wieder Abstieg zum Ausgangspunkt und den erneuten Beginn.
Am besten lässt sich dieser Rhythmus von Werden und Vergehen an den beiden „Lichtern“ Sonne und Mond im Jahres- bzw. Monatslauf beobachten. Beim Umlauf der Sonne erleben wir die vier Jahreszeiten, das Wachsen und Vergehen in der Natur. Und die sich verändernde Form des Mondes zeigt uns jeden Monat diesen Zyklus sichtbar und deutlich am Himmel. Je nach dem in welchem Abschnitt des Zyklus er sich befindet, sieht er anders aus.
Der Zyklus der beiden Lichter dauert etwa 28 Tage und beginnt mit Neumond, der Konjunktion: das geistige Prinzip der Sonne zeugt sich in die Seelenschale des Mondes und das, was empfangen wurde, will sich nun in die Welt hinein entfalten. Der Mond, erst nicht sichtbar, wächst, wird immer größer, zeigt all das, was er in sich aufgenommen hat, bis zum Vollmond. Dies ist auf den Jahreslauf der Sonne übertragen die Zeit von 0 Grad Steinbock über 0 Grad Widder bis 0 Grad Krebs, die Natur ist voll entfaltet. Der Mond hat bis zum Vollmond alles nach außen abgegeben, er nimmt jetzt ab, wird als Sichel immer schmaler bis nichts mehr von ihm zu sehen ist. Er hat all das, was nach außen gewachsen war in sich zurückgenommen, die Erfahrungen verinnerlicht. Dies ist im Sonnen-Jahr die Zeit von 0 Grad Krebs über 0 Grad Waage bis 0 Grad Steinbock. Die erste Hälfte des Kreises symbolisiert das Wachsen nach außen, die zweite Hälfte das Wachsen im Innen.
Das Verhältnis von Sonne und Mond in unserer Radix zeigt nun, in welchem Abschnitt dieses Zyklus wir geboren sind. Es ist naheliegend, dass es einen Unterschied macht, ob jemand im auf- oder absteigenden Zyklus geboren ist. Dane Rudhyar nennt diese Zyklusabschnitte „Mondgeburtstags-Typen“ und beschreibt die unterschiedlichen Phasen mit individuellen Fähigkeiten und Aufgaben. Auf diese unterschiedliche Art und Weise soll das entwickelt werden, was bei Neumond empfangen wurde.
Der Neumond, die Zeugung der Idee, war vor der Geburt. So lohnt sich der Blick auf dieses Horoskop, beschreibt es doch die empfangene Idee, die auf Art der Radix in die Welt gebracht werden soll. Ich nenne den Neumond vor der Geburt die „Hintergrundmusik der Radix“, denn diese Idee schwingt wie eine unsichtbare Energiewelle um den Geborenen.
Nun ist es ein großer Unterschied, ob dieser Neumond im gleichen Zeichen wie die Geburtssonne stattfand oder im Zeichen davor.
Machen wir ein Beispiel: jemand ist geboren mit einer Sonne auf 15 Grad Widder. Sein Mond steht im aufsteigenden Quadrat auf 15 Grad Krebs. Der Neumond war also etwa 7 Tage vor der Geburt auf etwa 8 Grad Widder (Die Sonne stand 7 Grad vor der Geburtsstellung). Bei diesem Menschen verstärkt demnach die „Hintergrundmusik“ des Neumondes noch die Geburtsstellung.
Zweites Beispiel: die Radix-Sonne wieder auf 15 Grad Widder, der Mond am absteigenden Quadrat auf 15 Grad Steinbock. Hier war etwa vor 21 Tagen Neumond, er fand 21 Grad hinter der Radix-Sonne statt, also auf ungefähr 24 Grad Fische. Diese „Hintergrundmusik“ schwingt nun in einer ganz anderen Qualität und der Geborene wird in seinem Selbstverständnis wahrscheinlich nicht so „widderhaft“ sein.
Für die Deutung des Geburtshoroskops ist es sehr hilfreich, diesen Unterschied zu kennen und so beziehe ich den Neumond vor der Geburt immer mit ein.
Auch nach unserer Geburt werden wieder Neumonde am Himmel sein, maximal 30 Tage später. Diese Tage werden nun mit der Methode der Progression (ein Tag / ein Jahr) als Jahre gedeutet. Wenn z.B. 10 Tage nach der Geburt wieder ein Neumond stattfindet, wird es für den Betreffenden das 10. Lebensjahr sein. Dieser erste Neumond nach der Geburt hat eine eigene Bedeutung und folgt nun dem Rhythmus von Werden und Vergehen. Nach 28 Jahren ist er beendet und etwa 2 Jahre später beginnt der zweite Neumond nach der Geburt, wiederum mit einer eigenen Symbolik.
Diese beiden Neumond zu betrachten, lohnt sich, bringen sie zum einen doch neue Themen und Aufgabenstellungen, zum anderen zeigen sich die Wendepunkte in ihrer zyklischen Entwicklung oft auch als Wendepunkte im Erleben des Betroffenen, sind also eine wichtige Information für die Prognosen, z.B. für die Erstellung eines Jahrestrends.

Es findet auch ein Seminar zu diesem interessanten Thema statt. Am 14. und 15. Juni 08 in Rottenburg, sowie ein Vortrag am 3. Juni in Frankfurt.
Mehr darüber finden Sie rechts unter "Aktuelle Termine".

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